Weiterbildung für alle! Über 200 Fernlehrgänge an Deutschlands größter Fernschule!


Schon Shrek legte lange Distanzen zurück, um seiner Liebe ein Stück näher zu kommen. Doch nicht jeder ist ein grüner Oger, hat quasselnde Weggefährten und lebt in einem Märchen …Wenn sich Wege trennen, wird die beste Beziehung auf die Probe gestellt.

Arne Schrader:
Ich fühle mich heute grün hinter den Ohren. Nicht, weil ein zu euphorischer HBK-Pinselschwinger versuchte, neben mir in die Fußstapfen Jackson Pollocks zu treten. Nein, diesmal nicht. Ich habe auch nicht zu wenig gelüftet und mittlerweile Schimmel angesetzt – noch nicht.

Nein, ich fühle mich shreklich. Shreklich neu und hilflos. Shreklich allein, seitdem ich hier in Braunschweig angefangen habe zu studieren. Shreklich deprimiert, weil irgendwo weit, weit weg meine Fiona einem anderen Prinz Charming hinterher schauen könnte. Und shreklich erschöpft, weil die böse gute Fee wie ein Damoklesschwert über mir zu schweben scheint und alles dafür tut mein Happy End zu sabotieren. Es kostet Kraft. Viel Kraft. Vielleicht bin ich wirklich zu grün hinter den Ohren gewesen? Und meine beiden Mitbewohner können mir auch nicht helfen. Anstatt mal mit mir raus, gehen mir beide mit ihrem Dauergequassel lieber auf die Nerven. „Ja, der mit dem Esel tanzt sollte der Film auf jeden Fall heißen. Ruhe jetzt! Ich hab zu tun!" WG ist ja ansonsten ganz nett, doch mit den Jungs zu kuscheln, wäre irgendwie nicht das Gleiche…

Also meinen Sumpf verlassen? Aus- und zu ihr ziehen? Oder wären wir dann „far far away", nur auf andere Art? Beides scheint nur mit viel Selbstdisziplin machbar, also prädestiniert für cholerische Oger. Vielleicht ist für uns eine Mischung aus Nah- und Fernbeziehung die optimale Lösung. Vielleicht genau die richtige Dosis aus Vermissen und Spüren. Vielleicht gibt es dann ein Happy End, ganz ohne Trank. Smash Mouth und Esel spielen „I'm a Believer" und als Märchenpärchen lebt man glücklich und zufrieden und stellt fest, dass es manchmal doch etwas Gutes hat, grün hinter den Ohren zu sein.

Maria Boger:
Ein shrekliches Märchen. Er im östlichen Sumpf Greifswalds, sie im südlichsten Turm Tübingens. Da muss sich die gute Fee wohl ein wenig verzaubert haben! Ein Zuckerstangenschleck wird diese Beziehung nicht sein. Vor allem weiß ich nur zu gut, wie Zeit- und Goldmünzen aufwändig so etwas ist. So oft schon erlebt. Jeden Abend wird telefoniert, Treffen werden lange geplant, die Sehnsucht wird immer shreklicher. Wie schaffen die das bloß? Ich hätte mir schon sämtliche Horrorszenarien ausgemalt, wie er sich eine andere Prinzessin Charming anlacht und zu einem Schlammbad einlädt. Sein Sumpfi-vz Profil würde täglich von mir besucht. Und ihres natürlich auch. Aha! Beide zusammen auf einer Mittelalterparty der guten bösen Fee. Hätte er mir ruhig mal brieftauben können…Vielleicht schicke ich schnell mal den gestiefelten Kater hin, die blöde Prinzessin beseitigen. Ich wäre eine shreckliche FernFernbeziehungspartnerin und bräuchte genaueste Berichterstattung: morgens, mittags, abends!

Aber die Wiedersehen nach so langer Zeit waren einzigartig, auch wenn ich sonst alleine einschlafen musste. Er war immer da, nur nicht in meiner Nähe. Weit weg, aber doch bei mir. All die Nachrichten, die er mir schickte, waren bezaubernd, so dass ich sie in einer NahNahbeziehung fast vermissen würde. Ist die Sehnsucht dann nicht mehr so groß? Tauscht man die Sehnsucht gegen physische Nähe, wenn man Fern- mit Nahbeziehung ersetzt?

Wird dieses Märchen gut ausgehen? Ich denke schon. Bei mir war es ein Happy End. So wird es auch bei ihnen sein. Und so hofften beide, dass sie das Leben eines Tages wieder an den gleichen Ort senden und sie auf ewig vereinen würde…

Arne Schrader, Maria Boger